Susanne Görke (Hrsg.)

Citatio: Susanne Görke (Hrsg.), hethiter.net/: CTH 665.2 (TRde 2026-03-16)


CTH 665.2

Ein Festritual der ašušatalla-Leute für den Wettergott mit luwischen Rezitationen

translatio



Abschnitt 1ID=1: Fragmentarischer Textbeginn mit Ritualzurüstung

1ID=1 --

[…]… lässt er.

2ID=2 --

[…] … beten sie.

3ID=3 --

[… … s]ie.

4ID=4 --

[…] ein wageššar-Brot, […] aus feuchtem Emmermehl, […] ein? Süßbrot aus šeppitt-Getreide, […] vier warme Brote eines halben SUTU-Maßes, [… Gef]äße Bier, drei Gefäße walḫi-Getränk, […] neun? Trinkhalme, [… ḫarš]anili?-Getreide, […], drei SUTU-Maße Kichererbsen, […]… drei Käse.

5ID=5 --

[…]… ein Tuch-Set, […] zwei? Gefäße Butterschmalz, [… Fr]üchte, […], rote [Wo]lle, […]… drei … aus Wolle, …

Textlücke

6ID=6 --

[…]…

Textlücke von ca. 2 Zeilen

7ID=7 --

[…]… […]… […]…, ein Stuhl, vier Tische aus Ro[hrgeflecht, …], drei Holzgegenstände, drei …[…], drei Tablets aus Rohrge[flecht, …]

8ID=8 --

Drei große Töpfe, fünf kleine Töpfe, zehn Becher aus gebranntem Ton, drei Schüsseln in Vogelform, drei Schüsseln, zehn Opferschalen, zwei Wassergefäße, zwei GÌR.GAN-Gefäße, zwanzig Talente Holz, zehn dicke Hölzer, fünfzig Feuerhölzer.

Abschnitt 2ID=2: Errichten eines Opfertisches auf freiem Feld

9ID=9 --

Sobald man dies alles an seinem Platz vorbereitet hat,

10ID=10 --

gehen die ašušatalla-Leute auf ein freies Feld

11ID=11 --

und errichten einen Opfertisch.

12ID=12 --

Auf dem Opfertisch stellen sie eine Kultstele des Wettergottes auf.

13ID=13 --

Sie ziehen Zelttücher ringsum.

Abschnitt 3ID=3: Bereitlegen der Kleider des Königs

14ID=14 --

Sie stellen einen Stuhl hin

15ID=15 --

und legen die Gewänder des Königs alle zusammen darauf.

16ID=16 --

Unten vor den Stuhl aber legen sie einen Vorhang und Tücher hin

17ID=17 --

und darauf legen sie Schuhe, Gewänder (und) Gamaschen.

Abschnitt 4ID=4: Vorbereitung von zwei Tischen mit Broten und Gefäßen

18ID=18 --

Dann stellen sie einen Tisch rechts (und) einen Tisch links hin.

19ID=19 --

Einen Tisch aber stellen sie der Kultstele des Wettergottes gegenüber hin.

20ID=20 --

Auf jeden Tisch legen sie zehn Soldatenbrote.

21ID=21 --

Darauf aber legen sie überall zwei Süßbrote aus šeppitt-Getreide (und) zwei Süßbrote aus Gerstenbrei.

22ID=22 --

Außerdem stellen sie ein KA.GAG-Gefäß rechts (und) ein KA.GAG-Gefäß links hin.

23ID=23 --

Ein KA.GAG-Gefäß [st]ellen sie in die Mitte.

24ID=24 --

Dann markieren sie sie mit Früchten und Butterschmalz

25ID=25 --

[und] lassen acht Trinkhalme (hinein).

26ID=26 --

Sie umwickeln sie mit roter, [bl]auer (und) grüner Wolle.

27ID=27 --

[…]…[…]…[…]… … Bitter[erb]sen?, Linsen, šeppitt-Getreide.

28ID=28 --

[…] … … links.

29ID=29 --

[…] … […]

Textlücke

Abschnitt 5ID=5: Fragmentarisch: wohl weitere Vorbereitungen

30ID=30 --

…[…]

31ID=31 --

vo[rn? …]

32ID=32 --

vor[n …]

33ID=33 --

des Wettergottes …[…]

34ID=34 --

und anschließe[nd …]

35ID=35 --

Sobald aber …[…]

36ID=36 --

Von gekochtem …[…]

37ID=37 --

Die ašušatall[a-Leute …] sich.

38ID=38 --

Gegenüber ein …[…]

Abschnitt 6ID=6: Fragmentarische Ritualhandlungen mit luwischer Rezitation

39ID=39 --

„Der/den Schaden […] ihn/sie … […]1

40ID=40 --

ein schwarzes? Lamm? […]

Textlücke

41ID=41 --

…[…]

42ID=42 --

Die/den zu šalawa- gehörigen? …[…]

43ID=43 --

Was auch immer … sie2 …[…]

44ID=44 --

Im Herzen aber sich …[…]

45ID=45 --

[…] schluckte er hinunter.

46ID=46 --

Die Götter […] schl[echte …]

47ID=47 --

Dieser aber […] das wilde Tier […]

48ID=48 --

Gut kam er

49ID=49 --

und […] sich.

50ID=50 --

Er hat auch gu[t] gegessen.

51ID=51 --

[…]

52ID=52 --

Er hat sich auch gu[t] genährt?.3

53ID=53 --

[…]

54ID=54 --

Sie sollen sie ihm wieder freilassen …[…]!

55ID=55 --

Die guten Leut[e …]

56ID=56 --

Er soll … …[…]

57ID=57 --

Labarna, der Sonnengott […] ihn …[…]

58ID=58 --

Die Götter […] den Sonnengott der Stadt […]

59ID=59 --

Und […] ihn sich …[…]…[…]

60ID=60 --

gut, gut, was […] gu[t …]

61ID=61 --

Sonnengöttin von Arinna, …[…]

62ID=62 --

Sie erscheint […]…

63ID=63 --

und sich … […]

64ID=64 --

[G]ut, was […]… …[…].“

Abschnitt 7ID=7: Libation des SANGA-Priesters vor einer Säule an den Wettergott des Himmels mit luwischer Rezitation

65ID=65 --

[Und?] er lässt den SANGA-Priester sich hinsetzen

66ID=66 --

und [er] sitzt vor der Säule.

67ID=67 --

Er nimmt ein wageššar-Brot vom Tisch

68ID=68 --

und bricht vom wageššar-Brot [ei]n wenig ab.

69ID=69 --

Er legt es? (als) Haufen vorne unten hin

70ID=70 --

und libiert süßen Wein.

71ID=71 --

Er spricht folgendermaßen:

72ID=72 --

„Wettergott des Himmels,

73ID=73 --

in diesem Land hier wirst du gut essen,4

74ID=74 --

du wirst gut trinken!“

Abschnitt 8ID=8: Opferung eines Schafbocks mit luwischer Rezitation

75ID=75 --

Anschließend opfert er einen Schafbock

76ID=76 --

und spricht:

77ID=77 --

„Sieh, Wettergott des Himmels!

78ID=78 --

Dein Tag ist gekommen.

79ID=79 --

Statte ihn aus als Fülle bringenden (und) reich an Zuwachs.

80ID=80 --

Bringe Ḫattuša zukünftige Zeit, Stärke und Leben!“

Abschnitt 9ID=9: Achtfache Opferung von Fleisch und Brot an den Wettergott des Himmels mit luwischer Rezitation

81ID=81 --

Und des? Schafes Fleisch, Brust, Schulter, Hals, lange Knochen, Lunge, Leber,

82ID=82 --

dies wirft er in einen Topf.

83ID=83 --

Er kreist (ihn) ein

84ID=84 --

und libiert über den Kreisen süßen Wein.

85ID=85 --

Er wendet sich zu allen ašašutalla-Männern5

86ID=86 --

und schüttet (ihn) noch draußen aus.

87ID=87 --

Das Öl aber kocht.

88ID=88 --

Er stellt es auf den Tisch

89ID=89 --

und nimmt überall ein wenig.

90ID=90 --

Er bricht [ein] Süßbrot

91ID=91 --

und legt (es als) Haufen unten vor den Tisch

92ID=92 --

Er opfert achtmal.

93ID=93 --

…[…]… …

94ID=94 --

und spricht:

95ID=95 --

„Sieh, Wettergott des Him[mels!]

96ID=96 --

[…]… … den Fülle bringen[den.]

97ID=97 --

[…]… Fruchtbarkeit[…]…

98ID=98 --

Er soll kommen … …[…]

99ID=99 --

[….]… die Tie[re?]

100ID=100 --

[…]… stärken? sie.

101ID=101 --

[…]… handle!

102ID=102 --

…[…]… die milden […]….

103ID=103 --

Für uns […] mit Armen trat er hin.

104ID=104 --

Für uns …[…]… …[…]… …[…] die gereinigten […] nicht […].

105ID=105 --

Die gebürsteten […] in der Tat nicht …[…]

106ID=106 --

[Die …]-ten […] in der Tat

107ID=107 --

Hier für di[ch…]…,

108ID=108 --

König des Landes Ḫattuša, Ḫattuša (und) alle […].

109ID=109 --

Uns gib …, Wachstum?, Wein (und) …!

110ID=110 --

Du wirst sie auf Ḫattuša hinablassen in einem Regenschauer.6

111ID=111 --

Er soll kommen!

112ID=112 --

Uns gib sie, Wettergott!

113ID=113 --

Uns gewähre sie!“

Abschnitt 10ID=10: Kultmahl der ašašutalla-Leute mit Opferung und luwischer Rezitation

114ID=114 --

Die ašušatalla-Leute setzen sich zum Essen.

115ID=115 --

Der er[rste? …] opfert […]

116ID=116 --

und spricht folgendermaßen:

117ID=117 --

„… König?… der Herd und warduli- […]….

118ID=118 --

Jeder soll gunstvoll überall hinblicken!“

119ID=119 --

[…]

120ID=120 --

und spricht:

121ID=121 --

„Der Wettergott soll erscheinen!

122ID=122 --

[…]

123ID=123 --

[Jede]r soll gunstvoll überall hinblicken!“

Textlücke

Abschnitt 11ID=11: Fragmentarisch

124ID=124 --

[…]

125ID=125 --

[…]

Textlücke

Abschnitt 12ID=12: Fragmentarisch: wohl weitere Opferungen mit luwischer Rezitation

126ID=126 --

…[…]

127ID=127 --

und […] nimmt er.

128ID=128 --

[…]

129ID=129 --

Und ihn […]

130ID=130 --

Und ihn a[us/mit?…]

131ID=131 --

[…] libi[ert er …] dreimal.

132ID=132 --

[…]

133ID=133 --

Und dem Wettergott des Himmels […] neun […]

134ID=134 --

„Wir […]

135ID=135 --

Wachstu[m …]… […]

136ID=136 --

Du bist richtig für uns7.

137ID=137 --

…[…] begehen wir [keinen] Verrat.

138ID=138 --

Er (ist) richtig für uns.

139ID=139 --

Und […]

140ID=140 --

Du tritt hin!

141ID=141 --

Das Böse […] für uns.

142ID=142 --

Und wo? wir aber … …[…] laufen,

143ID=143 --

[…] Nahrung, Wachst[um …].“

Unbeschriebener Bereich mit Kritzeleien. Textende

Oder zam(m)aniyaš “der Geschädigte”.
Siehe zu dieser Form Zs. Simon s.v. Cuneiform Luwian ✝︎=ni “(a particle)” in eDiAna. Die Analyse bleibt unklar; die von Mouton A. – Yakubovich I. 2021a: 42 Anm. 32 vorgeschlagene Analyse als /kwi-ba-kwi(j)=as/ (so auch Melchert H.C. 2024a: 164) bleibt auch wegen des folgendem kui- unbefriedigend. Vielleicht auch kui=pa=ku=ni=aš “Was auch immer aber … sie”, wobei sich Melchert H.C. 2024a: 164 gegen eine Partikel -ni ausspricht; ebenso Simon in eDiAna.
Siehe dazu Melchert H.C. 2024a: 99 s.v. *išš- “to strengthen, nourish”. Vgl. Rieken E. – Yakubovich I. – Schwemer D. Archäologischer Anzeiger 2024 (https://doi.org/10.34780/v669-8p6f), 24 mit Anm. 34 mit einer Übersetzung der Kola 48-52: “… kamst du gut. [Du …] dich [an ihnen gut]. Sowohl aßest du gut [und …] als auch labtest du dich an ihnen gu[t …]”.
So nach E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian wattani(ya)- “land, country” in eDiAna.
So nach HW2 A 539a.
So nach E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian zappiyalla/i- “soft rain shower” in eDiAna.
Siehe dazu Kloekhorst A. 2024a: 454f. Ebenso Melchert H.C. 2024a: 20, 34.
Editio ultima: Traductionis 2026-03-16

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