Susanne Görke (Hrsg.)

Citatio: Susanne Görke (Hrsg.), hethiter.net/: CTH 772.5 (TRde 2026-03-13)


CTH 772.5

Ein Festritual für Telipinu mit hethitischen Rezitationen

translatio



Abschnitt 1ID=1: Fragmentarisch: Nennung von Labarna in einer hethitischen Rezitation

1ID=1 --

[…]… […]

2ID=2 --

[…]-t er/-en sie.

3ID=3 --

„[Wie …]… gut (ist),

4ID=4 --

sei du, Labarna?, […]… den? Göttern ebenso gut!“

Abschnitt 2ID=2: Fragmentarisch: Beschreibung eines Ritualplatzes mit Anrufung des Telipinu

5ID=5 --

Zwei Rinderhäute [… an der Straßen]kreuzung? hier einmal [und] dort [einmal …]

6ID=6 --

Vor dem [hint/vord]erem (sind) zwei Paar …[…].

7ID=7 --

[…] nimmt […] Paar […].

8ID=8 --

Diesen aber ein …[…]

9ID=9 --

[und] spricht [folgendermaßen]:

10ID=10 --

„Telipin[u, …] deine [Sch]uhe aus/mit? eruti-Leder(?) habe ich hingelegt.

11ID=11 --

Ziehe (sie) an

12ID=12 --

und [geh!“]

13ID=13 --

[Und …]… geht weiter.

Abschnitt 3ID=3: Kultmahl, bei dem ein Arzt ein ḫuḫupal-Instrument spielt und in der Sprache von Ištanuwa singt

14ID=14 --

Wenn [er] zum Opf[ern hintritt]1,

15ID=15 --

geht er […].

16ID=16 --

Und einen Krug gießt man aus.

17ID=17 --

[…]…, die sitzen,

18ID=18 --

essen

19ID=19 --

(und) trinken.

20ID=20 --

Wenn2 man dreimal reihum tri[nk]t,

21ID=21 --

nimmt der Arzt nimmt ein ḫuḫupalli-Instrument vom Tisch.

22ID=22 --

Er spielt (es) dabei,

23ID=23 --

und singt die Lieder der/für die Götter in der Sprache von Ištanuwa (dazu).

Abschnitt 4ID=4: Szene, in der der Arzt musiziert und die Anwesenden mit zwei Nadeln sticht; wohl Tagesende

24ID=24 --

[(Es gibt) zwei N]adeln.3

25ID=25 --

Er l[eg]t sie in das kultisch reine Bierbrot gesteckt auf den Tisch.

26ID=26 --

Ein Mann hebt (es) hoch,

27ID=27 --

und der Arzt steht auf.

28ID=28 --

Sie laufen dreimal (um?) den Herd.

29ID=29 --

Er spielt dabei das ḫuḫupalli-Instrument

30ID=30 --

und singt dazu.

31ID=31 --

Wenn sie dreimal gelaufen sind,

32ID=32 --

nimmt sich der Arzt die zwei Nadeln

33ID=33 --

und sticht sich.

34ID=34 --

Dann nimmt er sich wieder das ḫuḫupalli-Instrument

35ID=35 --

und tanzt vor dem Tisch.

36ID=36 --

Sobald er sich dreimal ge[dre]ht hat,

37ID=37 --

zieht er sie (i.e. die Nadeln) sich heraus

38ID=38 --

und trinkt Wein.

39ID=39 --

Diejenigen, die vor ihm sitzen,

40ID=40 --

sticht er auch.

41ID=41 --

Denjenigen, der behandelt,

42ID=42 --

sticht er.

43ID=43 --

Derjenige, der etwas weiß,

44ID=44 --

spricht zur Gottheit.

45ID=45 --

Entwed[er den B]rotlaib oder aber die Getränkeration lässt […] weg.

46ID=46 --

Wenn er […],

47ID=47 --

macht man die Runde […]…

48ID=48 --

Der T[ag? ist bee]ndet.

Abschnitt 5ID=5: Wohl Tagesbeginn; fragmentarisch

49ID=49 --

[Wenn es am nächsten Tag hell wird,]

50ID=50 --

[geht … in] den ḫalentu-Komplex.

51ID=51 --

[…] des Tempels? […]

52ID=52 --

[…]… … […]

53ID=53 --

[…] das erwähnte […]… best[reichen sie.]

54ID=54 --

[…]…

55ID=55 --

[…]-t er/-en sie.

56ID=56 --

[…]…

Textlücke

Abschnitt 6ID=6: Fragmentarisch: Hinweis auf Rezitation und Opferungen

57ID=57 --

…[…]

58ID=58 --

Ein? Brotlai[b …]

59ID=59 --

Er spricht.

60ID=60 --

[…]

61ID=61 --

Die Leute …[…]

62ID=62 --

Und außerdem […]

63ID=63 --

Diejenigen, die bei ihm […]

64ID=64 --

[…] hinauf […]

65ID=65 --

[…] geht.

66ID=66 --

Ein Lamm …[…]

67ID=67 --

[…] gießt man aus.

68ID=68 --

Auf das Feld […] gehen […].

69ID=69 --

Sie sitzen.

70ID=70 --

[…]

Abschnitt 7ID=7: Fragmentarisch: Vorbereitung ritueller Handlungen wohl im Palast; Erwähnung des Sonnengottes und Telipinus

71ID=71 --

Wenn aber der Sonnengott …[…],

72ID=72 --

geht […].

73ID=73 --

Und [aus dem?] ḫalentu-Komplex nimmt er […]

74ID=74 --

[…] des Telipinu […]

75ID=75 --

Auf den Tisch seiner Ehefrau […] drei Brotl[aibe …] und Becher [mit] marnuwan-Getränk […].

76ID=76 --

Und zurück […] Tab[lett …]

Abschnitt 8ID=8: Libation und Umschwenken der Götter mit Rezitation

77ID=77 --

Er n[immt] ein Schöpfgefäß mit marnuan-Getränk

78ID=78 --

und libiert vor […] einmal.

79ID=79 --

[Am] Herd libiert er […] einmal

80ID=80 --

und verneigt sich.

81ID=81 --

[…] lässt er ins Innengemach.

82ID=82 --

Vor ihne[n …]

83ID=83 --

Er nimmt ein Tablett

84ID=84 --

und darauf (sind) …[…], Koriander und Reinigungssubstanz zu einem Klum[pen gemacht].

85ID=85 --

Er schw[enkt] (ihn) über den Göttern hinweg

86ID=86 --

und sp[richt] folgendermaßen.

87ID=87 --

„… Telipin[u …]

88ID=88 --

[…]…[…]“

Textlücke

Abschnitt 9ID=9: Nennung einer Ritualzurüstung wohl für die Verehrung Telipinus

89ID=89 --

[… den Tel]ipinu.

90ID=90 --

[…]… für diesen […]

91ID=91 --

[…] nimmt er.

92ID=92 --

[…]…, sie werden laufen gelassen, [… von vierfach]er? Dicke, drei wakšur-Gefäße Feinöl, […, zwei Kä]se, zwei saure (Käse), […], Gerstenm[ehl], ein Haufen tuššiša?-, […]…, 20 gute Rohre.

93ID=93 --

[…]…, ein schwarzes Gewand, […]…, ein Nagel, […, ein] Stuhl, ein Holztisch, […], Tabletts, […], ein AŠ-ḪA-LUM-Behälter des Kochs, […]

94ID=94 --

[…]Mischkrug, zwölf Schöpfgefäße, […], neun? schwarze Schafböcke, […]…, neun wageššar-Brote, […], süße […], zwei Gefäße mit marnuan-Bier, […] gibt […].

Abschnitt 10ID=10: Fragmentarisch: rituelle Waschung, Vorbereitung der Ritualmaterialien und einer Statue(?) wohl mit Anrufung des Telipinu(?)

95ID=95 --

[…] wäscht seinen Kopf.

96ID=96 --

[…] geht [i]n? […].

97ID=97 --

[…] bringt […] zum Torbau.

98ID=98 --

[…]-t er/-en sie

99ID=99 --

und die Zurüstung […].

100ID=100 --

Beim/zum Thron spricht [er/sie folgendermaßen]:

101ID=101 --

„[…]… bin ich gekleidet.

102ID=102 --

[…]… kamst du, Telipinu.

103ID=103 --

[…] ihre Fundamente.

104ID=104 --

[…] hob er auf.

105ID=105 --

Und […]

106ID=106 --

[…] hebe es auf!

107ID=107 --

Nicht aber […]

108ID=108 --

Die dunkle Erde […]… [… (und) die Nach]bildungen hob er auf.“

109ID=109 --

[…]-t er.

110ID=110 --

Die Zurüstu[n]g bringt er hinein

111ID=111 --

[…] den Stuhl des Telipinu stellt er zum Thron.

112ID=112 --

[…] ein Tuch nimmt er

113ID=113 --

und bekleidet ihn oben mit einem Leinentuch.

114ID=114 --

[…]einen Schemel stellt er hin

115ID=115 --

und seiner Frau […]

116ID=116 --

Dort legt er das Tuch (und) das Leinentuch hin.

117ID=117 --

[… Kä]se (und) einen sauren (Käse) nimmt er.

118ID=118 --

Zu seinem rechten Fuß legt er [den Käse …,] zu seinem [link]en? Fuß den sauren (Käse) hin.

119ID=119 --

[…]… einen Käse (und) einen sauren (Käse) legt er ebenso hin.

120ID=120 --

[…]… nim[mt man].

121ID=121 --

[…]…

122ID=122 --

[…]… heraus.

123ID=123 --

[…]…

124ID=124 --

[…]…

Text bricht ab

Vgl. HW2 I 82 für einen möglichen vergleichbaren Ausdruck.
Vielleicht auch “während”.
Vergleiche zu diesem Abschnitt CHS Š 397b und Martino S. de 1989a: 79-81.
Editio ultima: Traductionis 2026-03-13

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